Die Varikozele ist die häufigste bekannte Ursache für männliche Unfruchtbarkeit und wird bei etwa 30 % der Patienten festgestellt, die aufgrund von Unfruchtbarkeitsbeschwerden einen Arzt aufsuchen. Die Varikozele entsteht durch die Erweiterung der Venen im Hoden. In etwa 90 % der Fälle entwickelt sich die Varikozele auf der linken Seite. Die Varikozele kann sich durch Symptome wie Schwellung des Hodens, Schmerzen und das auffällige Erscheinungsbild der erweiterten Venen unter der Haut bemerkbar machen. Der genaue Mechanismus, durch den die Varikozele zu Unfruchtbarkeit führt, ist nicht vollständig geklärt. Die am weitesten akzeptierte Theorie ist jedoch, dass der erhöhte Blutfluss in den erweiterten Venen zu einem Anstieg der Hodentemperatur führt, was wiederum die Anzahl, Beweglichkeit und Morphologie der Spermien beeinträchtigt.
Wie wird eine Varikozele diagnostiziert?
Die Diagnose der Varikozele wird durch eine körperliche Untersuchung gestellt, die von Fachärzten für Urologie durchgeführt wird. Der Patient wird in aufrechter Position bei Raumtemperatur untersucht. Der Patient wird sowohl in normaler Position als auch während des Valsalva-Manövers untersucht, sowohl visuell als auch durch Abtasten. Die Goldstandardmethode für die Diagnose ist die körperliche Untersuchung. In einigen Fällen kann zur Unterstützung der klinischen Diagnose eine skrotale Doppler-Sonographie als bildgebendes Verfahren durchgeführt werden.
Wie wird die Varikozele behandelt?
Die Behandlung der Varikozele ist die Varikozelektomie, ein chirurgischer Eingriff. Allerdings muss nicht jeder Patient mit einer Varikozele operiert werden. Ein chirurgischer Eingriff wird bei Patienten mit Varikozele empfohlen, die unfruchtbar sind, bei denen die Werte der Spermienanalyse abnormal sind oder die eine Abnahme der Hodengröße oder -konsistenz auf derselben Seite aufweisen. Patienten mit Varikozele, die keine Unfruchtbarkeitsprobleme haben, können überwacht werden. In Fällen, in denen die Spermienbeweglichkeit oder -morphologie nur minimal beeinträchtigt ist, können einige unterstützende Behandlungen empfohlen werden. Darüber hinaus kann bei Patienten mit Varikozele, bei denen zuvor erfolglose assistierte Reproduktionstechniken durchgeführt wurden und bei denen der Verdacht auf einen zugrunde liegenden männlichen Faktor besteht, eine Varikozelektomie empfohlen werden, um den Erfolg der nachfolgenden Behandlungen zu verbessern.
Wie wird die Varikozelektomie durchgeführt? Gibt es Risiken?
Die Varikozelektomie wird durch einen kleinen Schnitt von etwa 2 cm in der Leistengegend durchgeführt, um Zugang zu den erweiterten Hodenvenen zu erhalten. Unter einem Mikroskop werden diese Venen dann einzeln freigelegt und abgebunden. Da die Varikozelektomie heute mit mikrochirurgischen Techniken durchgeführt wird, ist das Risiko einer Verletzung der Hodenarterien gering. Außerdem hat sich durch die Mikrochirurgie das langfristige Risiko der Entwicklung einer Hydrozele, d. h. einer Flüssigkeitsansammlung um den Hoden, verringert. Andere Risiken wie Blutungen und Infektionen, die nach jeder Operation auftreten können, sind bei der Varikozelektomie ebenfalls vorhanden, aber relativ gering.
Sollte jede Varikozele operiert werden?
Nein. Bei Paaren mit Kinderwunsch, wenn die Frau jung ist, eine gute Eierstockreserve hat und die Ursache der Unfruchtbarkeit ausschließlich auf niedrige Spermienwerte zurückzuführen ist, hat sich die Varikozelektomie in den letzten Jahren durchgesetzt. Mit anderen Worten: Wenn bei Paaren, die eine In-vitro-Fertilisation (IVF) planen, keine mit der Varikozele zusammenhängenden Beschwerden wie Schmerzen auftreten oder wenn die Varikozele keine Verringerung der Hodengröße verursacht, wird eine Operation im Allgemeinen nicht empfohlen. In einigen Fällen kann es leider sogar zu einer Verschlechterung der Spermienwerte nach der Operation kommen. Daher sollten die Beurteilung und die Behandlung von Experten mit Erfahrung auf dem Gebiet der IVF durchgeführt werden.
Wann verbessern sich die Spermienwerte nach einer Varikozelektomie?
Die Reifezeit der Spermien in den Hoden beträgt etwa 90 Tage. Daher wird im Allgemeinen die erste Spermienanalyse 6 Monate nach dem Eingriff durchgeführt. Nach der Operation wird bei etwa 60-70 % der Patienten eine Verbesserung der Spermiogramm-Werte beobachtet.
Eine Varikozele kann die männliche Fruchtbarkeit erheblich beeinträchtigen, insbesondere durch negative Effekte auf die Spermienqualität. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell angepasste Behandlung können dazu beitragen, die spermatischen Parameter zu verbessern und die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.
Bei Cyprus Hope Fertility | Team Z wird die Varikozele im Rahmen der männlichen Fertilitätsdiagnostik ganzheitlich bewertet. Unter der Leitung von Dr. Zehra Onar erhalten Patienten eine wissenschaftlich fundierte, persönliche Beratung sowie eine auf ihre individuelle Situation abgestimmte Behandlungsstrategie, um die bestmöglichen reproduktiven Ergebnisse zu erzielen.